Schon zum zweiten Mal waren die beiden süafrikanischen Schrifsteller Lutz van Dijk und Sonwabiso Ngcowa zu Gast in unserer Schule, um aus erster Hand aus dem Land voller Gegensätze zu erzählen. Diesmal waren zwei Englischkurse und ein Kurs Evangelische Religionslehre der EF und Q1 im Leseraum versammelt.

Auf Englisch und auf Deutsch berichteten die beiden engagierten und sympathischen Autoren persönlich erlebte Begebenheiten aus ihrem südafrikanischen Alltag. Durch ihre offene und kontaktfreudige Art und das harmonische Zusammenspiel der beiden hörten die Schüler_innen den lebensnahen Anekdoten konzentriert und gespannt zu und stellten eigene Fragen. Kurze Filmeinspielungen lockerten den Vortrag auf und machten das Leben in Südafrika anschaulich und konkret greifbar.

Neben den bestürzenden Lebensrealitäten wie Armut, Gewalt, Homophobie, HIV/AIDS und den Nachwirkungen der Apartheit wurde gleichzeitig südafrikanische Versöhnung, Zusammenarbeit, Kreativität, politische Innovationskraft sowie Liebe und Akzeptanz zwischen Menschen aller Generationen und aller Identitäten deutlich.

Konkret stellten die Referenten z. B. das Projekt „HOKISA – Home for Kids in South Africa“ vor. In diesem Waisenhaus für Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben, lebt Lutz van Dijk als Familienvater mit zehn Erwachsenen und ca. 20 Kindern zusammen. In Lutz van Dijks Buch „African Kids“ erzählen die Kinder von HOKISA von ihrem Leben und in dem Buch „Südafrika 21“ von Sonwabiso Ngcowa stellen Jugendliche ihren Alltag nach dem Ende der Apartheit dar. Weiterhin erzählt Sonwabiso Ngcowas Roman „Nanas Liebe“ von von zwei lesbischen Mädchen, die sich mit Zusammenhalt, Hoffnung und Liebe gegen homophobe Gewalt behaupten müssen. Das Buch basiert auf wahren Begebenheiten und spielt in demselben Township, in dem der Autor, der heute an der Universität Kapstadt Literatur studiert, selbst aufgewachsen ist.

Die Schüler_innen waren von der Veranstaltung sehr angetan und gaben durchweg positive Rückmeldungen. Die Jugendlichen lobten die sympathischen und authentischen Persönlichkeiten der beiden Referenten und deren spannende und persönliche Erzählweise. Viele Schüler_innen schätzten es außerdem ausdrücklich, dass sie Entwicklungspolitik konkret aus erster Hand erfahren durften, statt nur theoretisch und allgemein über ein fremdes Land zu sprechen, und dass es ihnen dadurch leicht gefallen sei, zuzuhören und sich einzufühlen.

Die Veranstaltung fand statt im Rahmen unseres Schulprojektes „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“. Die Bücher von Lutz van Dijk und Sonwabiso Ngcowa findet Ihr in unserer Schulbibliothek  - viel Spaß und Neugier beim Lesen!

Text und Fotos: Christina Huch, Lehrerin

 

 

 

 

 

Die Veranstaltung konnte stattfinden Dank der freundlichen Unterstützung von

EXILE-Kulturkoordination e.V.

und wurde im Auftrag des BMZ gefördert von