Die diesjährige Abschlussfahrt der Leistungskurse Deutsch und Geschichte ging in die tschechische Landeshauptstadt Prag. Die LehrerInnen Frau Topal, Herr Bauer und Herr Zierer und die insgesamt 22 SchülerInnen waren in dem zentral liegenden Apartmenthotel „Susa“ untergebracht.

 

Durch die Mischung von authentischem Programm einerseits, das zum Teil sehr zum Nachdenken anregte, und großzügig gehaltener Freizeitgestaltung andererseits blicken wir auf eine interessante, spaßige und sehr gelungene Abschlussfahrt zurück.

 

 

 

Sonntag: Nach einer 10-stündigen Busfahrt sind wir spätnachmittags am Hotel angekommen. Als Einführung in die Stadt Prag hat abends unser Reiseführer Peter Zowa, gebürtiger Tscheche, der bis auf wenige Ausnahmen alle Führungen übernahm und diese authentisch darstellte, uns zu einem Spaziergang in die Prager Altstadt im Dunkeln mitgenommen. Dies war ein besonders schöner Einstieg, da Prag abends mit seinen beleuchteten Gebäuden ein ganz eigenes und besonderes Flair ausstrahlt.

 

 

 

Montag: Dieser Tag war vor Allem dem Judentum in Prag und dem berühmten Schriftsteller Franz Kafka gewidmet. Vormittags sind wir durch die verschiedensten Synagogen im ehemaligen „Jüdischen Viertel“ Prags gepilgert. Eine von den Synagogen war eine Gedenkstätte für die in Prag lebenden jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Die Wände waren voll mit den Namen der von den Nationalsozialisten Ermordeten.

 

Nachmittags erkundeten wir das atmosphärisch gestaltete Museum über Franz Kafka, das einen guten Einblick in dessen Leben und Werke gegeben hat.

 

 

 

Dienstag: An diesem Tag fuhren wir in das naheliegende Theresienstadt, das zur Zeit des Nationalsozialismus ein Ghetto für die Juden war, mit dem dazugehörigen „Transit“- Konzentrationslager. Wir erkundeten das ehemalige KZ und haben die schlimmen Lebensbedingungen der Inhaftierten „hautnah“ erahnen können, da wir in die kleinen Zellen eintreten durften. Besonders beklemmend war ein Tunnelgewölbe, welches 500 Meter lang und nur 1,60 Meter hoch war, das direkt zu den ehemaligen Hinrichtungsstellen der Gefangenen führte.

 

Später am Abend sind wir alle zusammen in ein traditionelles, in der Altstadt gelegenes, tschechisches Restaurant essen gegangen. Es gab ein Drei-Gänge-Menü, mit zum Beispiel einer Knoblauchsuppe und einem Truthahnschnitzel mit Kartoffelpüree.

 

 

 

Mittwoch: Am Vormittag sind wir für eine Führung wieder in die Prager Altstadt gefahren, um die Hintergründe des Prager Frühlings während der Zeit des Kommunismus zu verstehen. Gegen Nachmittag besuchten wir die Prager Burg und genossen, trotz Nebel, die schöne Aussicht, da die Burg auf einem Berg erbaut ist, der über ganz Prag ragt. Die meisten nutzten die Gelegenheit, um ein Fotoshooting auf einer der Aussichtsplattformen zu machen - zum Leidwesen unseres Reiseführers, der verzweifelt versucht hat, seinen Vortrag weiter zu präsentieren. Doch die Fotos für die sozialen Medien waren wichtiger, und so wurde der arme Herr Zowa für eine kurze Zeit ignoriert.

 

 

Donnerstag: Der letzte Tag widmete sich dem Anschlag auf Reinhard Heydrich am 4. Juni 1942, eine der wichtigsten Personen der SS und stellvertretender Reichsprotektor des Protektorats Böhmen und Mähren während des Nationalsozialismus. In dem dazugehörigen Museum, das auch früher gleichzeitig das Versteck der Attentäter war, erfuhren wir den Tathergang und die brutalen Reaktionen, die die Nazis als Antwort auf den Anschlag vollzogen haben.

 

Zum Abschluss der Fahrt trafen sich alle abends in dem Gemeinschaftsraum des Hotels, um LehrerInnen und SchülerInnen in verschieden Spielen gegeneinander antreten zu lassen. Eines der Spiele war Tabu, bei dem die LehrerInnen grandios verloren haben und den SchülerInnen daher immer noch Kuchen als Preis schulden. Ein Beispiel: Frau Topal musste das Wort „Lampenfieber“ beschreiben. Nach der kurzen Beschreibung erfindet Herr Bauer gleich sein ganz eigenes Wort, und zwar „Krankenlampe". Es braucht keine weiteren Erklärungen, weshalb die SchülerInnen bei einer solch hohen Kompetenz der LehrerInnen gewonnen haben.

 

Text: Philipp Schnee

Fotos: Kaja van Dellen