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„Meine Haussprüche während der Corona-Quarantäne“

Die Collage „Meine Haussprüche“ der Künstlerin Hannah Höch (1889-1978) von 1922 wirkt wie eine Pinnwand. Nach und nach hat die Dadaistin Fotos, Zeitschriftenausschnitte, Landkartenfragmente, Handarbeitsmuster und Stoffstücke auf einer Fläche arrangiert und sie mit eigenen Zeichnungen und Texten kommentiert. Als Bild- und Gedankenarchiv stellt die fertige Collage eine Auseinandersetzung mit ihrer Situation als Künstlerin innerhalb der Gruppe der Berliner Dadaisten dar.

Ausgehend von dieser Collage Hannah Höchs haben die Schülerinnen und Schüler des Q1-Grundkurses Kunst ihre außergewöhnliche Zeit in der Corona bedingten Quarantäne bildhaft reflektiert. Aufgabe war es, jeden Tag ein neues Element der Collage zuzufügen, persönliche Gedanken sowie prägende Ereignisse oder Sätze, die sie aufgeschnappt haben, bis nach und nach ein Bild ihrer persönlichen Empfindungen in dieser Zeit entsteht.

Die Schüler_innen schreiben dazu:

„Anfangs kam mir sofort in den Sinn, dass diese globale Krise in die Weltgeschichte eingehen wird, woraufhin ich zunächst die Wörter „Geschichte schreiben“ als Buchstaben aus der Zeitung zusammengestellt und aufgeklebt habe; jedoch nicht direkt auf das Plakat, sondern erst einmal auf Klopapier, welches zur Krisenzeit sehr besonders begehrt ist und auf die Hamsterkäufe hinweist.“ (Aysel F.)

„Meine ersten Gedanken waren, dass die Krise mein Leben oder vor allem auch meinen Alltag aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Um das symbolisch darzustellen, habe ich die Waage gezeichnet, die ebenfalls nicht im Gleichgewicht steht. Das Gleichgewicht zu halten, indem man einerseits Menschenleben rettet und die Zahl der Infektionen möglich klein hält, um auch unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten, aber andererseits einen Weg zur Normalität zurück findet, damit die Wirtschaft erhalten bleibt und uns nicht die Decke auf den Kopf fällt, ist, wie wir sehen unheimlich schwierig.“ (Paulien P.)

„Es ist für mich ein bedrückender Moment, die Gesamtwirkung meiner Collage zu empfinden, da es sich bei der Pandemie um eine Gefahr handelt, die die ganze Menschheit, die Welt und unsere Zukunft betrifft.“ (Lukas L.)

L. Philipp und J. Seithe