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Evaluation des Distanzlernens

Liebe Eltern, liebe Schüler*innen, liebe Kolleg*innen,

wir bedanken uns herzlich für Ihre Teilnahme an der Evaluation des Distanzlernens. Die Ergebnisse aus Eltern-, Lehrer*innen und Schüler*innenperspektive können nun unter https://app.edkimo.com/results eingesehen werden. Nutzen Sie dazu die Feedback-Codes in der Elternmail zum Thema "Evaluation Distanzlernen".

Dabei zeigt sich, dass die Eltern insbesondere mit der Kommunikation von Schulleitung und Verwaltung sowie dem Anspruchniveau der gestellten Aufgaben zufrieden waren und dass die überwältigende Mehrheit die technischen Voraussetzungen für das Distanzlernen bereitstellen kann. In Bezug auf die Kommunikation mit Lehrkräften und den Umfang der Aufgaben fallen die Ergebnisse nur eher positiv aus. Feedback stellt hier den wesentlichen Kritikpunkt dar, auf den wir noch detaillierter eingehen werden.

Bei den Schüler*innen haben wir uns mit dem Blick auf eine differenziertere Aussagekraft der Ergebnisse auf die Klassen- bzw. Stufenebene begeben. In der Sekundarstufe I war die Beteiligung leider durchweg zu niedrig, um zu verlässlichen Aussagen zu kommen. Auch in der Oberstufe haben sich nur ca. 1/3 aller Schüler*innen beteiligt.

An der prinzipiellen Idee - eine Umfrage pro Klasse bzw. Stufe - wollen wir aber auch zukünftig festhalten; wir ziehen jedoch das Fazit, dass die Befragung im Präsenzunterricht durchgeführt werden muss, um eine durchgehende Beteiligung zu erzielen. Dieses Vorgehen wird bereits erfolgreich durch die Fachschaften Mathematik und Physik praktiziert (Link: Unterrichtsfeedback per App am EvT).

Die Umfrage unter den Lehrkräften bestätigt im Bereich Kommunikation der Schulleitung und (technische) Organisation des Distanzlernens sowie der Hygienemaßnahmen die positiven Ergebnisse der Elternumfrage in diesen Bereichen. Darüber hinaus geht sowohl aus dem Fragebogen als auch den freien Antworten hervor, dass die Häufigkeit der Aufgabenbearbeitung durch die Schüler*innen positiv erlebt wurde. Ebenfalls wurde innerhalb einiger Fachschaften die enge Kooperation, auch im Zusammenhang auf die Entwicklung und den Einsatz von Material in Parallelklassen, besonders positiv hervorgehoben.
Wie zu erwarten hat der Parallelbetrieb von Distanz- und Präsenzunterricht zu einer deutlich erhöhten Belastung der Lehrkräfte geführt; es gelang dabei wesentlich seltener als im reinen Distanzlernen seinen selbst gesteckten Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, was eine zusätzliche Belastung darstellt. Eine Diskrepanz zur Elternumfrage zeigt sich in Bezug auf angemessene Rückmeldungen für die Schüler*innen. Dieser Punkt wird durch die Lehrkräfte deutlich positiver beurteilt.

In der Gesamtschau aus Fragebögen, Freitextantworten und Erkenntnissen aus zahlreichen Gesprächen mit Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften ergeben sich einige Handlungsbedarfe. Einige können schulisch in Angriff genommen werden und wurden z.T. bereits in unserem Konzept "Distanzlernen" umgesetzt, andere müssen wiederum auf der Ebene der Gesetzgebung umgesetzt werden. 

  • Verbindlichkeit und organisatorische Strukturierung: Trotz der überwiegend positiven Rückmeldungen zum Arbeitsverhalten darf nicht übersehen werden, dass einem Teil unserer Schüler*innen die Strukturen des schulischen Alltags fehlten und sie sich in der Folge dem Distanzlernen z.T. entzogen haben. In der Pressemitteilung des Ministeriums für Schule und Bildung NRW (Link: Pressemitteilung) wird eine entsprechende, befristete Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung angekündigt. Insbesondere soll der Distanzunterricht vom Umfang her zum Präsenzunterricht gleichwertig und die Teilnahme verpflichtend werden.
  • Leistungsbewertung: Im Zusammenhang mit den zuvor geschilderten Schwierigkeiten wird die Möglichkeit der Leistungsbewertung im Distanzlernen deutlich gewünscht. Die Pressemitteilung der MSB NRW stellt auch hier eine entsprechende, befristete Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung in Aussicht.
  • Verbindliche Teilnahme an Videokonferenzen: Diese wird sowohl von Lehrkräften als auch Teilen der Eltern eingefordert, ist derzeit aber aus Datenschutzgründen nicht möglich.
  • Fortbildungen zur lernwirksamen Umsetzung des Distanzlernens und Hybrid-Lernens: Vor allem im Zusammenhang mit Videokonferenzen besteht noch eine größere Unsicherheit, wie die zentralen Qualitätsdimensionen kognitive Aktivierung und konstruktive Unterstützung (Link: Wirksamer Unterricht) bestmöglich umzusetzen sind. Hier besteht sowohl Forschungsbedarf als auch die Notwendigkeit entsprechender Wissenschaftskommunikation.
  • Lernvideos und -plattformen: Gerade für das Fach Mathematik existieren derzeit nur wenige Lernvideos und Lernplattformen, die ein echtes Verständnis der Inhalte ermöglichen und die Schüler*innen dazu anregen, sich intensiv gedanklich damit auseinanderzusetzen. Vorherrschend ist eine Fokussierung auf stures Rechnen (Rechentechniken, Anwenden von Formeln). Auch wenn am EvT z.T. Eigeninitiative ergriffen wurde, wäre die Entwicklung und Evaluierung entsprechender Angebote durch die fachdidaktische Forschung ein großer Gewinn.
  • Feedback: Von Elternseite wurde häufiger kritisiert, dass es an Rückmeldungen zu den eingereichten Arbeitsergebnissen mangele. Aus psychologischer Sicht wären zusätzlich auch Rückmeldungen zum Lernprozess und zur Selbstregulation wünschenswert (Link: Lehrerfeedback- und Schülerfeedback nach J. Hattie). Aufgrund der prinzipiellen Bedeutung von Feedback - von Lehrkräften an Schüler*innen und erst recht umgekehrt - für die Unterrichtsqualität wird sich die Steuergruppe Schulentwicklung in diesem Schuljahr mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen. Neben grundsätzlichen Aspekten wird vor allem die konkrete Umsetzung über unser Lernmanagementsystem Moodle in den Fokus gerückt.

Dr. L. Becker , Dr. D. Wieczorek, Dr. B. Zerweck (für die Arbeitsgruppe "Distanzlernen")