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Kompositionslinien als Gestaltungsmittel in der Fotografie (EF)

Ebenfalls als selbständige Wochenaufgabe im Distanzlernen der EF im Fach Kunst entstanden Arbeiten zum Thema "Kompositionslinien als Gestaltungsmittel in der Fotografie".

Nachdem sich die Schüler_innen einen Dokumentarfilm zur experimentellen Fotografie der 20er Jahre erarbeitet hatten, zogen sie draußen los und machten eigene Aufnahmen im Geist dieser sich als revolutionär verstehenden urbanen Künstler_innen.

Auszüge aus der Filmmitschrift von Rosa R.:

"In den 20er Jahren geriet die Fotografie außer Rand und Band. Bilder von Moholy-Nagy zeigen weder horizontale noch vertikale Linien, die der Orientierung dienen könnten. Die Fotografen dieser Zeit begehen einen Bruch mit dem fotografischem Anstand. Die ehemalige Horizontline wird ins Schwanken gebracht. Das Motto dieser Zeit ist „Neues Sehen“. Im Fokus der Künstler: Die neue industrielle und urbane Welt, die Welt der Geschwindigkeit, der Maschinen, der Bahnschienen und der Städte.

Die alten Bilder mit dem Blick geradeaus sind demnach nicht mehr zeitgemäß. Dieser Blick entspricht nicht mehr unserem heutigen Sehen. Der Mensch heute sieht ständig nach oben oder unten, die Augen sind immer in Bewegung, der Blick ist immer schräg. Damit wird die Diagonale die Linie der Moderne schlechthin und des damit verbundenen Schwindelgefühls. Der Stadtmensch richtet die Augen gen Himmel wegen der hohen Gebäude. Das Objektiv wird daher nach oben gerichtet – die neue Froschperspektive. Sie bringt die Größe der Konstruktionen noch stärker zum Ausdruck. Natur spielt in dieser Zeit keine Rolle, sie ist zu chaotisch. Ausnahme: Nur Rodschenko fotografiert eine Pinie aus der Froschperspektive – aber mit der Begründung, dass Bäume zu Telegraphenmasten werden, also auch zur Industrialisierung gehören.

Eine weitere Perspektive entsteht, wenn das Objektiv von oben nach unten gerichtet wird – die Vogelperspektive. Es entsteht der Eindruck, dass die Maßlosigkeit der Stadt beherrschbar ist – wie eine Spielzeugwelt. Von weitem scheint alles einfacher und eine kollektive Ordnung zu haben. Die vertikale Aufsicht dreht alles um.

Wissenschaft und Technik fördern das Neue Sehen. Sie zelebrieren das Zeitalter der Maschinen, der Modernität in Aktion – die Symphonie der Großstadt, ein Modell, das imitiert werden sollte. „Vom Auge wird verlangt, vom Fotoapparat zu lernen“. Künstlerisches Handeln bedeutet in dieser Zeit revolutionäres Handeln. Die Verkantung des Fotoapparates, die Diagonalen bringen das Bild aus dem Gleichgewicht. Manche Bilder sind wie Rätselspiele aufgemacht, manche muss man erst 90 Grad drehen, um sie verstehen zu können.

In Fotos entwickeln Schatten ein Eigenleben, wie ein abstraktes Bild, das sich vor unseren Augen erhebt. Ein Zusammenspiel aus Formen und Licht, die Komplexität der Wirklichkeit verschwindet hinter der Abstraktion. So wirken banalste Bilder wegen der anderen Perspektive geheimnisvoll."

C. Huch

 

Florian H. (EF)

Anna B. (EF)

 

Helene C. (EF)

Anna B. (EF)

Davit B. (EF)

Greta Bollinger (EF)

Kristin S. (EF)

Rosa R. (EF)

Amalia S. (EF)

Rosa R. (EF)

Kristin S. (EF)

Nuno P. (EF)

Florian H. (EF)

Sarah von W. (EF)

 

 

Tag der offenen Tür

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