Uruguay-Austausch: Ein Bericht von Cara Hegeler

Was fällt einem spontan zu Uruguay ein? Als erstes wahrscheinlich Luis Súarez. Damit liegt man schon gar nicht so schlecht. Das kleine Land ist extrem fußballbegeistert, was ich letztes Jahr bei meinem Aufenthalt dort während der WM auch zu spüren bekommen habe. Die allererste WM überhaupt hat auch in Uruguay stattgefunden und damals gewann sogar die Nationalmannschaft von Uruguay. Auch wenn das dieses Jahr (2014) nicht der Fall war, war es etwas Besonderes, zeitgleich mit der WM in Uruguay zu sein, denn so hatten wir die einmalige Gelegenheit, das Fußballfieber aus erster Hand mitzuerleben. Zum Endspiel waren dann alle deutschen Austauschschüler in die Deutsche Botschaft eingeladen und nach dem Sieg der deutschen Mannschaft gab es dort ein großes Fest, das sogar im uruguayischen Fernsehen in den Nachrichten übertragen wurde.

Aber auch abgesehen vom Fußball ist Uruguay ein wunderschönes Land mit Landschaften von Strand und Meer, bis hin zu grünen Wiesen mit Kühen und Schafen. Die Menschen dort sind unglaublich freundlich und offen, so wie man es sich in Deutschland gar nicht vorstellen kann. Vor allem in der Deutschen Schule Montevideo, die den Austausch organisiert, gibt es so viele nette, offene und hilfsbereite Schüler und Lehrer, die einem sofort das Gefühl geben, willkommen zu sein.
In Uruguay gibt es so viel zu entdecken: neues Essen und Essgewohnheiten, neue Musik, neue Bräuche und Feste und eine komplett andere Art von Menschen. Da die uruguayischen Austauschschüler zuerst nach Deutschland kamen, kannte ich meine Austauschpartnerin schon und wir waren bereits gut befreundet. Ihre Familie dann kennenzulernen und Zeit mit ihr zu verbringen, war dadurch sehr angenehm und ich habe es wirklich genossen. Rund zwei Monate sind zwar eine lange Zeit, aber es ist eine perfekte Zeitdauer, um Montevideo kennenzulernen, sich mit Uruguayern oder anderen deutschen Austauschschülern anzufreunden und viel Neues auszuprobieren.
Die Erfahrung im Schulleben war ebenfalls etwas Besonderes, da ein Schultag viel länger dauert als bei uns und es so viele andere interessante Fächer wie Kunstwissenschaft und Musical gibt. Die Deutsche Schule Montevideo bietet außerdem Unterricht für alle Austauschschüler zusammen an, bei dem man beispielsweise über die Kultur und Sprache des Landes vieles lernt. Sie organisiert darüber hinaus eine Reise zu den Iguazú-Wasserfällen, die ein absolutes Highlight ist. Bei dieser Reise fahren alle Austauschschüler zusammen mit 2-3 Lehrern der Deutschen Schule Montevideo zu den atemberaubend schönen Wasserfällen, die zwischen Brasilien, Paraguay und Argentinien liegen, und verbringen dort gemeinsam eine Woche. Wir hatten die Möglichkeit die Wasserfälle zu besichtigen und mit dem Boot unter ihnen hindurchzufahren, wir liefen durch wunderschöne Parks und Regenwälder mit frei herumlaufenden Tieren und exotischen Pflanzen.
In den 2 Monaten, die ich in Uruguay verbrachte, musste ich natürlich „zwangsweise“ Spanisch sprechen, was mich anfangs sehr anstrengt hat, aber ich merkte von Tag zu Tag, wie es mir leichter fiel. Zurück in Deutschland war ich mir viel sicherer mit meinem Spanisch und vermisste, es täglich sprechen zu können.
Nach diesem Aufenthalt verbinde ich mit Uruguay nun sehr viel mehr als nur Fußball. Bedenken, die meine Familie und ich anfangs hatten, haben sich relativ schnell in Luft aufgelöst und geblieben ist eine Erfahrung, auf die ich nicht verzichten möchte. Als besonders wertvoll empfinde ich die Freundschaften, die sich aus dem Uruguayaufenthalt ergeben haben, die ich immer noch pflege, insbesondere die mit den anderen deutschen Austauschschülern. Ich kann aus meiner Sicht nur jedem, der die Möglichkeit hat, bei diesem Austausch mitzumachen, empfehlen, es auf jeden Fall zu tun.

Cara Hegeler

Allgemeine Informationen zum Uruguay-Austausch: <Uruguay-Austausch>

Bilder (fotografiert von Cara Hegeler)

Montevideo, Luftansicht

Montevideo, Palmen

Chivito - ein uruguayisches Sandwich

Ein Besuch in Buenos Aires, Argentinien