Ich wollte am Girls’Day gerne ins DLR-Zentrum, denn ich interessiere mich für unser Sonnensystem, das Weltall und Astronauten auf der ISS.

Die Girls’Day-Veranstaltung begann um 9:00 Uhr. Zunächst wurden wir von dem Leiter der Veranstaltung, Herrn Dr. Bräucker, begrüßt. Danach hat er uns etwas über die Menschen und andere Lebewesen und ihrem Verhältnis zum Weltraum erzählt. Ich habe gelernt, dass es auch auf der Erde Schwerelosigkeit geben kann, z.B. wenn man auf einem Trampolin springt oder irgendwo herunterfällt.
Übrigens: Auf dem Mond wiegen wir nur ein Sechstel unseres Körpergewichts auf der Erde und auf dem Mars nur ein Drittel.

Die ISS ist die internationale Raumstation. Hier haben deutsche, japanische, amerikanische und russische Astronauten jeweils einen eigenen Bereich. Alexander Gerst ist derzeit ein wichtiger deutscher Astronaut. Er war bereits letztes Jahr dort oben und wird dieses Jahr sogar wieder hoch fliegen. Im All führen die Astronauten viele verschiedene Experimente durch.

Nachdem Herr Dr. Bräucker, seinen Vortrag beendet hatte, wurden wir in Gruppen aufgeteilt. Diese machten dann alles gemeinsam. Einige Gruppen, darunter meine, besuchten zuerst das Europäische Astronauten- Zentrum: 

Wir durften uns dort den Bereich, indem sich die Astronauten auf ihre Reise ins Weltall vorbereiten, ansehen. Das war toll! Wir durften in eine genau nachgebaute Kapsel (einen Teil der ISS) gehen und dort fotografieren. Es gab zwei Teile. Man musste durch einen Gang gehen, um den anderen Teil zu erreichen. Wir durften uns ansehen, wo die Astronauten im Weltraum schlafen, wo sie Experimente durchführen und wie es dort überhaupt aussieht. Als wir wieder außerhalb der Kapsel waren, hat uns ein Mitarbeiter verschiedene Fragen beantwortet. Ich weiß jetzt, dass es auf der Raumstation aufgrund der vielen elektronischen Geräte sehr heiß ist, nie unter 30 Grad. Außerdem können Astronauten keine gewöhnliche Nahrung zu sich nehmen. Normale Nahrung würde einfach herumfliegen, deshalb gibt es verschiedene Breiarten in Plastiktüten, die aber gewöhnungsbedürftig sind. Außerdem stehen jedem Astronauten nur 4 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung. Das verbrauchte Wasser wird recycelt.

Nach diesem spannenden Besuch im Astronauten- Zentrum gingen wir in verschiedene Institute. Ich war im Institut für Vorbereitungen von Weltraumexperimenten.

Ich weiß jetzt:

  • Space Shuttles, mit denen man früher ins Weltall geflogen ist, wurden verboten. Sie waren viel zu teuer und zu gefährlich. Einige von ihnen sind sogar explodiert.
  • Versuche im Weltraum sind sehr teuer. Deshalb versucht man, möglichst viele Experimente auf der Erde zu machen. Das probiert man oft an sogenannten Einzellern. Man betrachtet sie unter dem Mikroskop und sieht sich ihre schwimmenden Bewegungen an. 
  • Menschen haben mehrere Billionen von Zellen. Bakterien gibt es auf unserer Haut und unserem Körper aber noch viel mehr. Zellen spielen bei vielen Experimenten eine wichtige Rolle.

Dann hatten alle Mittagspause. Nach dem Essen durften wir endlich selber experimentieren. Unsere Gruppe sollte sich mit der Dichte beschäftigen, vor allem mit der Stabilität von verschiedenen Materialien. 

Als erstes haben wir einen dünnen Kupferdraht in eine Zugmaschine gespannt. Dann haben wir auf eine kleine Plattform Gewichte gelegt und festgestellt, dass der Kupferdraht bis zu 1,3 kg halten kann. Um zu sehen, ob ein Wolframdraht stabiler ist, haben wir das gleiche Experiment ein weiteres Mal durchgeführt. Der Wolfram kann 3,6 Kg halten.

Da Gewichte von Lebewesen und Materialien im Weltraum ganz anders sind als auf der Erde, ist die Stabilität von Materialien sehr interessant und wichtig.

Beim zweiten Experiment ging es um Muskelphysiologie: Es gibt verschiedene Arten von Muskelverletzungen. Muskeln können zwar nicht brechen, aber Muskelfasern und Muskelbündel können reißen. Wir haben gelernt, dass die Sauerstoffsättigung sinkt, wenn man sich anstrengt. Muskeln werden im Weltall aufgrund der Schwerelosigkeit kaum beansprucht. Damit sie nicht völlig erschlaffen und man auf der Erde anschließend nicht mehr laufen kann, müssen Astronauten zwei Stunden am Tag trainieren. Sie können auf der ISS angebunden auf dem Laufband trainieren oder sie treten in Pedale. Um kurz nach drei war der Besuch zu Ende. Für mich war es ein interessanter Tag.

 Tinda Friedrichs (6a)

 

Luftaufnahme DLR Köln