Unsere ehemalige Schülerin Natalya Chetverova konnte sich während ihrer Zeit in der Q2 für den Wettbewerb „Meine Position ist spitze!“ bewerben, gegen ihre Mitbewerber durchsetzen und gehörte zu den zehn Gewinnern des Wettbewerbs. Sie bekleidete an einem Tag die Stelle der Führungskraft für die Abteilung Forschung und Entwicklung bei der Firma Evonik. Unter dem folgenden Link können Sie sich alle Partner des Wettbewerbs und die Gewinner des Jahres 2018 in einem kurzen Film anschauen.

In dem nachfolgenden Artikel berichtet Natalya von ihren Erlebnissen.

Kurz nach meinem Abitur hatte ich bereits die Möglichkeit, am Programm "Meine Position ist Spitze!" teilzunehmen. Initiator ist ChemCologne, des Netzwerk für die Chemische Industrie im Rheinland. Dabei sollen Schüler*innen die Möglichkeit haben, sich einen Arbeitsalltag in einem Chemiebetrieb besser vorzustellen, indem sie für einen Tag an die Stelle eines Chefs rücken. Dieser läuft dann nur unterstützend nebenher und erklärt bestimmte Arbeitsvorgänge.

Ich durfte am 18. Juli als Leiterin für Forschung und Entwicklung bei Evonik arbeiten. Die Abteilung, die ich leiten durfte, hat sich auf die gefällte Kieselsäure spezialisiert. Dies ist ein Stoff, der chemisch im Grunde genommen Sand ist, aber wie ganz feines, weißes Pulver aussieht und aufgrund seiner besonderen Eigenschaften als Lebensmittelzusatz, Mattiermittel in Lacken und in vielen weitern Produkten weiterverwendet wird.

Die Chemiker*innen, die dort im Labor gearbeitet haben, forschten daran, den Stoff je nach Bedarf der Kunden in diese oder jene Richtung zu optimieren, indem sie ihn zum Beispiel feiner machten. Als Leiterin für Forschung und Entwicklung waren meine Aufgaben jedoch viel theoretischer. Dr. Thomas Pelster, Leiter Forschung und Entwicklung Silica, zeigte mir alles, was sein Arbeitsalltag zu bieten hat: Vom Beantworten vieler Mails über Meetings bis hin zu einem Kontrollgang durchs Technikum, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter*innen, die dort experimentierten, keinen Gefahren ausgesetzt waren.

Am spannendsten fand ich dabei den Durchgang durchs Technikum. Das Technikum ist eine Mischung aus Labor und Produktion. Wenn die Forscher*innen im Labor im kleinen Maßstab festgestellt haben, dass ein spezielles Verfahren besonders gut funktioniert, wird es erstmals im Technikum im großen Maßstab getestet. Das Technikum ist sozusagen eine Miniaturversion der ganz großen Produktionsstätte. Dabei soll man die Größe nicht unterschätzen: das Technikum erstreckt sich über mehrere Stockwerke.

Herr Dr. Pelster und ich haben uns dort umgesehen und kontrolliert, dass Fluchtwege zugänglich und alle Feuerlöscher ordentlich gewartet sind. Außerdem haben wir nach anderen möglichen Gefahrenquellen Ausschau gehalten. Das ist wichtig, denn bei dem Verfahren wird unter anderem mit vielen gefährlichen Säuren gearbeitet.

Nebenher wurde mir der Herstellungsprozess genauer erklärt, was sehr interessant war und wobei ich viele neue Dinge lernen konnte. Herr Dr. Pelster war sehr nett und hat mich gut in seinen Arbeitsalltag eingeführt. Im Laufe des Tages konnte ich sehr viele neue Informationen und Eindrücke auf mich wirken lassen, wodurch ich einen sehr spannenden und schönen Tag bei Evonik hatte.

Ich empfehle allen, die sich für Chemie interessieren, sich in der Oberstufe unbedingt bei diesem Programm zu bewerben. Für mich war es eine Bereicherung.

Natalya Chetverova (Abitur 2018)

Weitere Informationen finden Sie bei Interesse auf der Website des Projekts: Meine Position ist Spitze!