Als Ergebnis ihrer Theaterprojektwoche präsentierte die Klasse 6a am Mittwoch, den 18.12.2019, und am Donnerstag, den 19.12.2019, das Stück Kindheit unterm Hakenkreuz.

Der Nationalsozialismus wird im Geschichtsunterricht aus guten Gründen erst am Ende der Mittelstufe behandelt. Gleichwohl interessieren sich viele jüngere Schülerinnen und Schüler für diese Zeit und wollen etwas darüber erfahren. Durch einen theaterpädagogischen Ansatz kann man dieses Interesse aufgreifen und für die Thematik und ihre aktuelle gesellschaftliche Bedeutung sensibilisieren, ohne die Kinder mit historischen Fakten zu konfrontieren, denen sie noch nicht gewachsen sind. Das Spielen einer Rolle bedeutet, für sich und in der Gruppe zu erarbeiten, wer die darzustellende Figur ist, was sie antreibt und verkörpert, ob man sich mit ihr identifizieren will oder sie ablehnt. Die Fähigkeit zur Empathie und Kritik wird dadurch gleichermaßen gefördert, ohne dass dieser Prozess immer explizit thematisiert werden muss. In diesem Sinne haben die Schülerinnen und Schüler während der Projektwoche nicht nur Einblicke erhalten, wie eine Inszenierung entsteht und worauf es beim Theaterspielen ankommt, sondern sich auch inhaltlich mit der NS-Zeit auseinandergesetzt.

Grundlage für diese Auseinandersetzung war die Lektüre des Jugendbuches „Billes Geheimnis“ (Köln-Krimi für Pänz). Darüber hinaus haben wir uns im Vorfeld der Projektwoche anhand von Dokumentationen und Texten über das Schicksal Anne Franks informiert sowie die Themen Hitlerjugend und Widerstand der Edelweiß-Piraten in Grundzügen kennengelernt. Der gemeinsame Besuch der NS-Gedenkstätte im ehemaligen Gestapo-Gefängnis am Appellhofplatz hat einen besonderen Eindruck bei der Klasse hinterlassen. Manche Kinder stellten Verbindungen zu der vor einigen Jahren von Schülerinnen und Schülern gestalteten Ausstellung des JUZI Sülz zum Thema Zwangsarbeit her.

In der Projektwoche entwickelte die Klasse dann unter Anleitung und Hilfestellung der Theaterpädagogin Sigrid Nüsser-Backes sechs Spielszenen zu den Schwerpunkten Erziehung, Schule, Hitlerjugend, Verfolgung der Juden, Jugendliche im Widerstand und Kinder im Krieg. Diese wurden durch einen von Eva Steins Jugendbuch inspirierten Erzählrahmen locker verknüpft. Darin findet eine Gruppe von Kindern der Gegenwart zufällig ein Tagebuch aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 und beginnt sich im Austausch mit Eltern und Großeltern für das Thema zu interessieren. Ergänzt durch kurze Ausschnitte aus historischen Ton- und Textquellen entstand ein Stück, welches das Leben von Kindern in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur - insbesondere in Köln – veranschaulicht. Wir hoffen, dass wir unser Publikum, insbesondere die Mitschüler*innen aus den Klassen 5 und 6 dazu anregen konnten, miteinander und mit Erwachsenen über das Thema ins Gespräch zu kommen.

Einen Bericht über das Theaterstück von Joachim Neubauer im Kölner Stadtanzeiger finden Sie hier: https://www.ksta.de/koeln/kindheit-unterm-hakenkreuz-33658352

B. Weßler

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