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Das EvT stellt sich vor

Das Elisabeth-von-Thüringen-Gymnasium, kurz EvT genannt, ist ein rund 60 Jahre altes Gymnasium im Kölner Stadtteil Sülz, dessen Gebäude aber deutlich jünger sind. Es liegt in unmittelbarer Nähe der Universität und ist leicht zu Fuß, mit dem Rad und den Straßenbahnen 9 und 18 zu erreichen. Derzeit besuchen rund 800 Schülerinnen und Schüler das EvT.

Das EvT ist eine gebundene Ganztagsschule, das heißt, die Schülerinnen und Schüler haben an drei Tagen der Woche, nämlich Montag, Dienstag und Donnerstag, Unterricht bis 15.10 Uhr resp. 16.00 Uhr. Deshalb verfügt das EvT auch über eine Mensa, in der die Schülerinnen und Schüler mit warmen Mahlzeiten in Bioqualität verpflegt werden. Diese Mensa teilen wir uns mit dem benachbarten Schiller-Gymnasium, mit dem wir in der Oberstufe auch fachlich kooperieren.

Besonders wichtig ist uns das soziale Lernen an unserer Schule, da wir wollen, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich in ihren Klassen nicht nur wohlfühlen und in einer positiven Lernatmosphäre lernen und arbeiten, sondern auch Verantwortung für andere übernehmen. In diesen pädagogischen Zusammenhang gehören deshalb auch unser Schulvertrag, unser Konzept des sozialen Trainingsraums und unsere Streitschlichterausbildung. Unter demselben sozialen Gesichtspunkt unterstützt das EvT seit 1997 den Jule-Club, die Jugend- und Freizeitabteilung der Lebenshilfe Köln, mit Spenden in Höhe von bisher rund 100.000 Euro, die beim jährlichen EvT-Lauf gesammelt wurden.

Das Thema Inklusion spielt am EvT schon lange eine zentrale Rolle, da es bei uns Tradition ist, dass wir Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf an unserer Schule aufnehmen und fördern. 

Um das Angebot in MathematikInformatik und den Naturwissenschaften PhysikChemie und Biologie, den sogenannten MINT-Fächern, besser zu koordinieren und auch zu erweitern, wurde im Schuljahr 2017/2018 am EvT ein MINT-Team gegründet. In unserem MINT-Blog berichten wir regelmäßig über unsere vielfältigen schulischen und außerschulischen Aktivitäten im MINT-Bereich.

Im Bereich Kunst/Musik gehören die Theaterarbeit zu den Schwerpunkten des EvT. Ob in den Theaterprojektwochen der sechsten Klassen, den Aufführungen im Rahmen eines Differenzierungskurses (Stufe 8/9 in G8 und Stufe 9/10 in G9) oder in den Literaturkursen der Oberstufe, unsere Schülerinnen und Schüler stehen immer wieder im Rampenlicht und gewinnen so an Selbstbewusstsein. Künstlerische Aktivitäten unserer Schülerinnen und Schüler werden in unserem Kunst-Blog dokumentiert. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern singen immer wieder in gemeinsamen Chören. Höhepunkte der bisherigen Chorarbeit finden Sie in unserem Musik-Blog

Eine große Rolle bei der Ausbildung unserer Schülerinnen und Schüler spielt mittlerweile die Berufsorientierung. Informationen und weiterführende Links finden Sie unter "Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)".

Zu den Schwerpunkten unserer pädagogischen Arbeit zählen ferner das Lernen mit Medien, wobei hierbei neue Medien und traditionelle Medien gleichermaßen berücksichtigt werden, sowie die individuelle Förderung auch im Sinne einer Leistungsförderung der Schülerinnen und Schüler. Bausteine unserer individuellen Förderung wie Förder-Lernbüros finden Sie unter "Ganztag am EvT".

Über die neuen Herausforderungen des Hybrid-Lernens (Kombination Präsenzunterricht & Homeschooling) werden Sie regelmäßig auf der Startseite unserer Webseite informiert.

Informationen über das EvT können Sie auch in unserem Wikipedia-Eintrag nachlesen.

Informationen zu unserer Hausordnung, dem Schulvertrag und alle wichtigen Formulare finden Sie hier: Downloads

Unser Schulprogramm auf einen Blick: das Säulendiagramm des EvT

 

Wer war Elisabeth von Thüringen?

Elisabeth von Thüringen wird 1207 in Ungarn als Tochter von König Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Andechs-Meran geboren. Sie wird im Alter von 5 Jahren mit Ludwig IV., dem Sohn des Landgrafen Hermann I. von Thüringen, verlobt und kommt nach Thüringen. 1221 heiratet sie, 14 Jahre alt, den Landgrafen Ludwig IV. Sie hat drei Kinder, Hermann, Sophie und Gertrud, die sie im Alter von 15, 17 und 20 Jahren bekommt. Elisabeth wendet sich Armutsbewegungen zu, die Alten, Kranken und Benachteiligten helfen. 1224 kommt der Franziskanerorden nach Thüringen. Elisabeth lebt nach dem Ideal dieser Armut und wird darin unterstützt von ihrem Mann. Sie erwirbt sich Verdienste bei der Hungersnot 1226. Ihr Mann, Ludwig IV., stirbt am 11.9.1227 auf einem Kreuzzug. Elisabeth wird von der Verwandtschaft ihres Mannes im Winter 1227/28 unter Einbuße ihres Erbes gezwungen, die Wartburg zu verlassen. Der Prediger Konrad v. Marburg übernimmt als ihr päpstlicher Beschützer auch ihre wirtschaftlichen Angelegenheiten. Elisabeth sagt sich los von ihrer Familie, ihrem Willen und aller Welt. Konrad v. Marburg erreicht neben einer hohen finanziellen Abfindung für Elisabeth die Möglichkeit zum Bau eines Hospitals in Marburg. Dort pflegt Elisabeth die Kranken wie eine einfache Magd. 1228 tritt sie in den geistlichen Stand ein und verschenkt ihre gesamte Habe an die Armen. Nach drei Jahren aufopfernder Pflege von Aussätzigen stirbt sie im Alter von 24 Jahren am 17.11.1231 und wird in Marburg begraben. Am 27.5.1235 wird sie heiliggesprochen. Das Jahr 2007, das Jahr ihres 800. Geburtstags, wurde in Ihrem Namen als Elisabethjahr begangen.

 

Verfasser: Herr Bütefür

Elisabeth von Thüringen (Verfasser: Herr Hoffmann)

Die Namensgeberin, in Deutschland als Elisabeth von Thüringen, in den romanischen Ländern als Elisabeth von Ungarn bekannt, wurde im Jahre 1207 - möglicherweise am 7. Juli auf der Burg Sárospatak in Nordostungarn - geboren. Sie war das zweite Kind und die erste Tochter des Ungarnkönigs Andreas II. und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs - Meranien, einer machtbewußten Frau aus einem der ältesten bairischen Adelsgeschlechter. Die Verwandten mütterlicherseits besetzten hohe Ränge in den europäischen Machtzentren; am bekanntesten wurde ihre Tante, die heilige Hedwig von Schlesien als Gattin eines Piastenherzogs, eine weitere Tante war Gemahlin des französischen Königs, ein politisch einflußreicher Onkel war Fürstbischof von Bamberg. Elisabeth wuchs in Bratislava / Preßburg auf und wurde wohl zweisprachig erzogen.

Nach der Sitte der Zeit wurde sie im Alter von vier Jahren mit dem
vierzehnjährigen Erbprinzen Hermann II. aus dem aufstrebenden Thüringer Landgrafenhaus verlobt und kurz danach mit einer reichen Mitgift an den Hof zu Eisenach geschickt. Hier verlebte sie eine überwiegend unbeschwerte Kindheit mit ihren Spielkameraden: den jüngeren Landgrafenkindern und den Kindern der Höflinge, während ihr zukünftiger Mann zum Ritter erzogen wurde.

Zwei Jahre später wird ihre Mutter ermordet, weitere zwei Jahre später stirbt ihr Verlobter. Elisabeth ist jetzt neun Jahre alt Viele Ratgeber wollen das Kind zu seinem Vater nach Ungarn zurückschicken. Aber in den folgenden fünf Jahren entwickelt sich aus der Kinderfreundschaft zu Ludwig, dem zweiten Landgrafensohn und nunmehr Thronfolger, eine Liebesbeziehung, die schließlich (1221) zu einer Liebesheirat führt - im 13. Jahrhundert etwas Ungewöhnliches und sogar Verpöntes, weil Ehen vor allem aus politischen und wirtschaftlichen Rücksichten geschlossen wurden. Ludwig (IV) ist seit dem Tode Hermanns I. (1216) und seiner Volljährigkeit regierender Landgraf. Die Ehe bleibt, zum Ärgernis vieler Höflinge, von gegenseitiger Liebe geprägt. Zwei Kinder werden den Eheleuten geboren; ein drittes erblickt erst nach dem Tod des Landgrafen das Licht der Welt. Elisabeth wird, wie viele ihrer Zeitgenossen, von den Ideen Franz' von Assisi beeinflußt: Freiwillige Armut und Dienst am Nächsten werden ihre Ideale, die sie auch auslebt.

Das führt zu weiteren Komplikationen: Sie kämpft gegen modische Kleidung vor allem der Damen am Hofe und macht sich selbst nur Ludwig zuliebe bei offiziellen Anlässen "schön". Sie verweigert Essen und Trinken, soweit es aus Quellen stammt, deren Rechtlichkeit nicht gesichert ist, und verteilt Nahrungsmittel aus den Beständen des Herrscherhauses an die Bedürftigen der Umgebung. Bei Hofe begann man zu fürchten, bald selbst nicht mehr genug zu haben.

Kranke, auch solche mit ekelerregenden Leiden wie z.B. Aussätzige, pflegt sie und legt sie zuweilen auch ins eigene Ehebett. Zwar gehörte Armen- und Krankenpflege zum Programm einer jeden hochgestellten Dame des Mittelalters, aber es ziemte sich nicht, selbst Hand anzulegen und die eiternden Wunden der Aussätzigen zu waschen, wie Elisabeth es tat. Erstaunlich ist, daß Ludwig, ihr Ehemann, diese Eskapaden toleriert, manchmal sogar fördert und gegen die Mißgunst des Hofes treu und liebevoll zu ihr hält. Ihre Mägde behandelt sie wie Freundinnen. Diese bleiben ihr bis zuletzt verbunden. Ludwig stirbt im Jahre 1227 auf einem Kreuzzug. Die junge Witwe wird im folgenden Winter mit ihren drei kleinen Kindern - das jüngste noch im Säuglingsalter - aus der Burg hinausgeekelt und muß mit Elendsquartieren vorlieb nehmen. Dafür schmieden ihre Verwandten neue Ehepläne: Sie soll Gemahlin des ebenfalls verwitweten Kaisers Friedrich II. von Hohenstaufen werden. Sie weigert sich, dem Gelübde getreu, das sie noch zu Lebzeiten Ludwigs geleistet hat, und trotzt auch Repressalien ihres bischöflichen Onkels. Das ihr rechtlich zustehende Witwengut wird ihr zunächst von Heinrich Raspe, dem Bruder Ludwigs - nach dessen Tode Regent von Thüringen - verweigert.

Ihr Beichtvater Konrad von Marburg, sonst eher durch die grausame Strenge seiner eigenhändig verabreichten Körperstrafen zwecks Bußübungen berüchtigt und im ganzen Reich als gnadenloser Großinquisitor (= Ketzerrichter) verhaßt, setzt sich erfolgreich beim Papst dafür ein, daß Elisabeth ihre Witwenausstattung schließlich doch noch erhält. Sie besteht aus 468 kg Silber - damals ungleich wertvoller als heute - und Liegenschaften in Marburg / Lahn. Dort nimmt sie ihren Wohnsitz, verzichtet auf ihre Kinder, die ins landgräfliche Haus zurückkehren, und lebt in franziskanischer Armut. Seit dieser Zeit trägt sie fast ausschließlich die Kutte dieser Bettelmönche, zu deren Lebensform sie sich bekennt. Franziskus selbst soll ihr die seinige geschickt haben. Das erhaltene Silber verteilt sie zu einem großen Teil an die Armen der näheren und weiteren Umgebung. Geldspenden macht sie aber nur zur Soforthilfe, wo immer es möglich ist, leistet sie "Hilfe zur Selbsthilfe", verschafft Arbeit und ermutigt die Armen zum Broterwerb. Mit dem Rest gründet sie ein Franziskanerhospiz unweit der heutigen Elisabethkirche, wo sie die Kranken aufopfernd pflegt. Dabei hat sie sich vermutlich infiziert und stirbt, erst 24 Jahre alt, am 17.11.1231. Der schönste von ihr überlieferte Satz ist: "Ich habe es euch immer gesagt, wir müssen die Menschen fröhlich machen."

Konrad von Marburg setzt sich unmittelbar nach ihrem Tode für die Heiligsprechung ein. Er selbst erlebt seinen Erfolg nicht mehr; er wird anderthalb Jahre später ermordet - aus Rache wegen seiner Inquisitionsmaßnahmen gegenüber einflußreichen Adeligen. Die Heiligsprechungsurkunde wird am Pfingstfest des Jahres 1235, dreieinhalb Jahre nach ihrem Tod, ausgefertigt. Elisabeth ist damit die erste Heilige des zweiten Jahrtausends, die in der maßgebenden Heiligenlegende des Mittelalters (Legenda Aurea) erwähnt wird. Nach der Heiligsprechung wird sofort mit dem Bau einer prachtvollen Grabeskirche in dem für Deutschland neuen gotischen Stil begonnen und ein prachtvoller Schrein von ihrer Tochter Sophie und ihrem Schwager Konrad in Auftrag gegeben. Nach Fertigstellung wurden die Gebeine feierlich "erhoben". Der Kaiser, einst als Ehepartner verschmäht, war selbst anwesend. Der Schrein, eine Meisterleistung maasländischer Goldschmiede, ist wie die Kirche makellos erhalten, aber leer. Ihre Gebeine sind als Reliquien über ganz Europa verstreut.